Chronik

Der TV Wetzlar gehört zu einem der traditionsreichsten Volleyballvereine in Deutschland, mit einer langen und großen Historie und vielen Jahren Bundesliga-Volleyball.

Zurzeit befindet sich der Verein wieder im Aufbau und nach kurzer Durststrecke werden die ersten nennenswerten Erfolge wieder verbucht. Man hat sich jetzt hauptsächlich der intensiven Jugendarbeit verschrieben und versucht über ein langjähriges Jugendkonzept wieder die oberen Spielklassen der Volleyball-Szene zu bevölkern und diesen wunderbaren Sport zurück an die Lahn zu holen.

Sollten Sie Interesse an unserem Konzept, Fragen an die Trainer oder Verantwortlichen oder sogar Interesse an Sponsoring haben, bitte zögern Sie nicht und treten Sie mit uns in Verbindung!

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß auf unserer Homepage und hoffen das Sie uns bald wieder besuchen!

Mit freundlichen Grüssen,

TV Wetzlar Volleyball

 

Volleyball im TV Wetzlar – Abteilungschronik bis 1997

Anfänge: Aus einer privaten Interessengemeinschaft entwickelte sich 1965 die Volleyballabteilung des TV Wetzlar. Damit gehört Volleyball zu den jüngeren Abteilungen im TV, aber zu den Pionieren in Hessen. Die Impulsgeber in Wetzlar waren: Rosemarie Jung, Karl Küstner, Familie Bill, Familie Brandau, Familie Pape. Die Frauen organisierten sich besser und schneller und erreichten bald erste erstaunliche Erfolge.

 

Erste Erfolge: Schon im ersten Jahr der Vereinstätigkeit holte der TV Wetzlar den Titel „Deutscher Seniorinnenmeister 1965“. Zwei Jahre später erreichte man die Vizemeisterschaft. 1969 war der TV Wetzlar mit insgesamt 4 Mannschaften für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. 1970 wurde beim noch jungen Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ von der Lotte-Schule der 3. Platz erreicht.
Ab 1971 spielte der TV Wetzlar in der höchsten deutschen Spielklasse mit. 1972 wiederholten die Seniorinnen unter Führung von Rosemarie Jung ihr Meisterstück:
Deutscher Meister: TV Wetzlar.
1972 war ohnehin ein bedeutendes Jahr für den deutschen Volleyball: die Olympischen Spiele in München strahlten einen enormen Impuls aus. Absolut im Trend lag der TV Wetzlar schon damals, als mit einer verjüngten Mannschaft in der Regionalliga 1972/73 der vierte Platz erreicht wurde. Nach Rosemarie Jung wurde die Abteilung von Hans Weinmann bis 1976 geführt. Als Multitalent war er gleichzeitig auch noch Trainer der Männer 1 und der Jugendmannschaften und bis auf eine kurze Pause auch Coach der Frauen 1.
Annette Weinmann nahm 1973 als Mitglied der Deutschen Studenten-Nationalmannschaft an der Universiade in Moskau teil. Die Saison 1974/75 brachte dann den großen Erfolg:
Nach Siegen gegen München und Freiburg stand Wetzlar als Meister der zweigeteilten Bundesliga-Süd fest und nahm am Endrundenturnier, der Deutschen Meisterschaft in Krefeld, teil.
Teilnehmer für den TV Wetzlar: Astrid Staudt, Johanna Pierschkalla, Sabine Brandau, Barbara Tulius, Corinna Märzhäuser, Sigrid Bernhard, Conny Berger, Annette Weinmann.
Das Jahr 1974 brachte für die Wetzlarer Spielertrainerin Annette Weinmann die Reise zur WM nach Mexiko. Vor der WM reiste das Nationalteam einen halben Monat durch die USA. Überhaupt hatte Volleyball einen solchen Stellenwert bekommen, dass das HR-Fernsehen mindestens einmal pro Saison in der Domstadt zu Gast war.

Ebenfalls 1975 wurde in der Entwicklung des heimischen Volleyballs ein weiteres Highlight gesetzt. Auf Betreiben des Bundestrainers Dai Hee Park wurde das Länderspiel gegen Belgien in die Heimatstadt seiner Mannschaftsführerin Annette Weinmann vergeben. 400 Zuschauer sahen in der Niedergirmeser Sporthalle ein hochklassiges Spiel. Besonders die beiden Wetzlarer Nationalspielerinnen Astrid Staudt und Annette Weinmann wurden positiv herausgestellt. Die Bundesligamannschaft wurde 1975/76 von Klaus Fago, und von 1976 bis 1979 von Hans Weinmann geleitet und gecoacht.

Nicht ganz so erfolgreich wie die Frauen schlugen sich die Männer: Von Anfang an nahmen Dr. Dieter Brandau, Dr. Oskar Spaniol, Gerhard Müller, Karl Küstner und viele andere an den Punktspielrunden und vielen anderen Aktivitäten teil. 1974/75 spielten die Männer 1 in der Verbandsliga, die Männer 2 in der Bezirksliga. Von 1975 bis 1978 kämpften sich die Männer 1 in die Hessenliga hoch. In dieser Zeitspanne spielten: Peter Weber, Klaus Fago, Volker Kratzenberg, Gerhard Rabenseifner, Kurt Eichstädt, Frank Bill, Axel Rudolph, Hans Weinmann, Paul Pawlitschek, Michael Dörfner, Michael Ross, Volker Helm, Stefan Bill, Kalle Fritz, Ralf Schnorr und Ulli Seelhof. Ab 1976 wurde die Abteilung von Dr. Dieter Brandau geführt, die Geschäfte leitete Stefan Berger. Zu dem Top-Team von 1975 kamen bis 1979 noch dazu: Gabi Schuppe, Vera Fritz, Marion Manke, Gabi Schön und Nikola Wolf. Mit Marion war der TV Wetzlar in der Nationalmannschaft mit drei Spielerinnen vertreten. Der vierte Platz in der Bundesliga schien für den TV Wetzlar abonniert zu sein. Nach 1974/75 wurde dieser Platz auch 1976/77 und 1978/79 erreicht. Weitere Impulse für den heimischen Volleyballsport kamen vom Trainingslager des Koran Highway Teams (Korea) im Dezember 1977, dem Besuch des Nationalteams der USA (April 1978) und dem guten Abschneiden im Deutschen Pokal, wo endlich der alte Rivale USC Münster geschlagen werden konnte. Zu den Weltmeisterschaften 1978 in Leningrad waren Marion Manke und Astrid  Staudt nominiert.

 

Absturz: Im Frühjahr 1979 wurden leider die 1. Damenmannschaft und die 1. Herrenmannschaft zurückgezogen, da die Spielerinnen und Spieler ihrer Ausbildung und ihrem beruflichem Fortkommen den Vorrang vor sportlichem Erfolg geben mussten.

 

Konsolidierung: Dr. Oskar Spaniol übernahm nun das schwierige Amt als Abteilungsleiter, um die Volleyballszene in Wetzlar vor dem endgültigen Zusammenbrechen zu retten. Die 1. Frauenmannschaft spielte nun in der 7. Liga (Bezirksliga 1981), die Männer kämpften in Kreis- und Bezirksklasse mit, Jugendarbeit lag danieder, zwei Freizeitgruppen hatten sich etabliert. 1983 erkämpften sich die Männer erneut die Zugehörigkeit zur Verbandsliga. Rudi Michel übernahm von 1984 bis 1989 die Abteilungsführung, Klaus Ruppelt half als Kassenwart insgesamt über 10 Jahre mit. Langsam kletterten nun auch die Frauen im Leistungsstandard wieder nach oben: Susi Becker, Henni Leister, Jutta Trunk, Martina Finke und andere erreichten die Landesliga, unter Trainer Rudi Michel kamen die Frauen 2 mit Gabi Staab, Gitti Michel, Gitti Köntgen u.a. in die Verbandsliga, hielten sich in der Tabellenspitze auf und erreichten 1989 den Aufstieg in die Landesliga. Die Entwicklung bei den Männern war nun gegenläufig. Zwar war die Kreisklasse durch die Seniorenmannschaft um Uli Lange fest in Wetzlarer Hand, die 1. Männermannschaft aber in der Kreisliga mehrere Jahre direkt vom Abstieg bedroht. 1986 bekam Kurt Eichstädt als neu gewählter Jugendwart die Aufgabe, sich besonders um den Nachwuchs zu kümmern. Die B- und A- jugendlichen Mädchen stiegen in die Kreisliga als TV Wetzlar 5 auf. 1987 wurde vom TV Wetzlar das Internationale Vier-Nationen-Turnier für Junioren ausgerichtet. Teilnehmer waren: Südkorea, Kuba, Brasilien und Deutschland. 1989 fand der untaugliche Versuch statt, sich am grünen Tisch in die 3. Liga zu hangeln. Sportlich und rechtlich bekam die 1. Frauenmannschaft mit Trainer Achim Gries große Probleme. Die Wetzlarer Frauen spielten aus taktischen Gründen für ein Jahr als TG Rüsselsheim 2 oder TuS Philippstein. Die A- Jugendlichen konnten die Landesliga als TV Wetzlar 1 nicht halten. Klar, dieser ganze Versuch ging daneben. TG Rüsselsheim 2 stieg ab und löste sich auf, TuS Philippstein löste sich auf, TV Wetzlar 1 stieg in die Verbandsliga ab. Klaus Ruppelt übernahm kommissarisch die Abteilungsleitung. 1989 konnte Ralf Schnorr als Neugewonnener Trainer der Oberliga-Frauen den Abstieg in die Landesliga nicht verhindern, Annette Groth halt, die Verbandsligazugehörigkeit zu sichern.

 

Umbruch: 1990 wurde ein Neubeginn versucht. Mit Kurt Eichstädt und Wolfgang Henrich in der Abteilungsleitung, mit Ralf Schnorr als Trainer der Frauen 1 und vielen anderen engagierten Händen wehte ein neuer Wind. Glückliche Umstände halfen dabei mit, optimistisch in die Zukunft zu sehen: Der Weggang von Ralf Schnorr zum Bundesligisten USC Gießen konnte mit Hans Weinmann ausgeglichen werden, mit Sabrina Rubel, einer DDR Auswahlspielerin, konnte das sportliche Niveau deutlich gesteigert werden, ehemalige Leistungsträgerinnen kehrten zum TV Wetzlar zurück, neue Talente wurden eingebaut. Annette Groth stellte sich in verschiedenen Führungspositionen zur Verfügung.
1991, Frauen 1 werden Landesligameister mit Trainer Hans Weinmann und steigen in die Oberliga auf. Mit knapp 30 Jugendlichen sind erfreuliche Ansätze zu erkennen, Ralf Schnorr kehrt aus Gießen zurück und übernimmt die Oberliga. 1992, Internationales Vier-Nationenturnier der Junioren. Teilnehmer: Italien, GUS, Polen und Deutschland. Erstmals seit den 70er Jahren ist der TV Wetzlar wieder auf Landesebene mit Mannschaften vertreten.

Positionsbestimmung der Mannschaften:
Frauen: Oberliga, Verbandsliga, Kreisliga und Kreisklasse.
Männer: Kreisliga und 2mal Kreisklasse.

1993, Frauen 1 werden Meister der Oberliga und steigen in die Regionalliga auf. Allgemeine Aufwärtsentwicklung dokumentiert sich in steigender Zahl von Mannschaften, Jugendlichen und Helfern und besserer Präsenz in den Printmedien. Mit dem Trio Eichstädt / Staab / Stiebeling in der Abteilungsführung, den Trainern/Trainerinnen Schnorr, Stahl, Hoyer, Lange, Pratchett und den Helfern/Helferinnen Groth, Weinmann und Henrich wird intensiv und erfolgreich an den Perspektiven gearbeitet. 1994, die erste Regionalligasaison der Neuzeit endet mit einem 5. Platz, obwohl Susan Craig, kanadische Nationalspielerin zu Besuch in Deutschland, uns hier spielerische Hilfestellung gab. Die Kluft zwischen erster und zweiter Frauenmannschaft wird sportlich größer: die Zweite steigt in die Bezirksliga ab. Erfreulicher Trend: 5 Jugendmannschaften. Steffen Böhm wird Nachfolger von Ralf Schnorr, der mit der Familie einen Auslandsaufenthalt macht. Nach der Vorrunde übernehmen Weinmann / Groth die Leitung der 1. Frauenmannschaft und gewinnen mit einer eindrucksvollen Serie von 27:0 Sätzen im Schlussspurt noch die Meisterschaft. Im Relegationsturnier setzt sich Wetzlar gegen Leipzig, Ulm und Buchhof durch und steigt in die 2. Bundesliga auf. Entscheidenden Anteil am Aufstieg hat Li Cai, eine chinesische Ausnahmespielerin, die in Wetzlar eine Berufsausbildung macht.

1994 wird im Oktober der Förderverein Volleyball Wetzlar e.V. gegründet, um in Unterstützungsbereich effektvoller arbeiten zu können. Vereinsleitung: Groth, Eichstädt, Henrich. Nach dem Wechsel von der Trainerarbeit Frauen 1 zur Jugendarbeit verdoppelt Steffen Böhm die Anzahl der Jugendmannschaften auf 16, in der Saison 1995/96 spielen 9 Wettkampfmannschaften. Zum Beginn der Bundesligasaison 1995/96 übernahm Trainer Ralf Schnorr wieder das Ruder, Spielhalle wurde die neuerbaute August-Bebel-Halle in Wetzlar - Niedergirmes. Mit einem Zuschauerschnitt von ca. 250 interessierten Personen rückt der TV Wetzlar Volleyball wieder zentral in das Sportgeschehen. In der Unterstützung des Leistungsbereiches werden neue Wege beschnitten, erhebliche Erfolge erzielt und deutliche Anerkennung formuliert: Die Volleyballerinnen werden von der WNZ, der Sparkasse, der Stadt Wetzlar und vom TV Wetzlar zur Mannschaft des Jahres 1995 gewählt.

 

Und sonst noch: Die Wetzlarer Tradition, im Volleyballbereich mit Ausnahmesportlerinnen aufzutreten, hat sich fortgesetzt. Nach Susan Craig und Li Cai spielten auch Lori Condruz (rumänische Nationalspielerin – aus Lern- und Studiengründen in Wetzlar), Nadine Nickel (deutsche Jugendnationalspielerin), Inna und Ira Bier (Hessische Kaderspielerinnen). Um in der Jugendarbeit besser voranzukommen, veranstaltet der TV Wetzlar Volleyball in der letzten Woche der hessischen Sommerferien ein vereinsoffenes Volleyball-Jugendcamp, wo auf Selbstkostenbasis auf vier verschiedenen Leistungsniveaus intensives Training betrieben wird.

Zugleich nutzt es die Abteilung als interne Jugend-Übungsleiterfortbildung. Vier Lehrwarte des HVV kamen aus Wetzlar: Klaus Fago, Hans Weinmann, Ralf Schnorr und Steffen Böhm. Für den geselligen Rahmen wurden sehr viele Faschings-, Weihnachts- und Mixedturniere abgehalten. Der Besuch bei dem Pfingst-Open-Air-Turnier in Charge, Frankreich ist traditionell. Die Freizeitgruppen am Montag und am Freitag, wo noch immer die Frauen und Männer der ersten Stunden mitmischen, sind ein beliebter Treffpunkt, um sich fit zu halten. Nach wie vor gilt in der Wetzlarer Volleyballszene: Qualität abliefern – mit Engagement und Herz.

In der Vorbereitung auf die Saison 1996/97 haben die Verantwortlichen der Volleyballabteilung des TV Wetzlar mit Hilfe eines Sponsors ein Jugendcamp mit Teilnehmern aus 17 hessischen Vereinen und ein Internationales Volleyballturnier mit hochrangigen Mannschaften aus fünf Ländern durchgeführt.

Auch das Gesicht der 1. Frauenmannschaft hat sich nochmals geändert:

Nach dem Weggang von Nadine Nickel, Sonja Wilhelmi, Babse Beuing, Babett Arnold und Margit Sachs ergänzte und verstärkte sich die Mannschaft: Trainer Ralf Schnorr, Co-Trainerin Annette Groth, Lori Condruz, Li Cai, Sabine Wiek, Anja Rensing, Inna Bier, Olga Krivosheeva (237fache Nationalspielerin der UdSSR), Ira Bier, Arzt Dr. Klaus Kornder, Abteilungsleiter und Mannschaftsbetreuer Kurt Eichstädt, Renate Kern, Mannschaftsführerin Heike Knebel, Inka Stange, Katrin Schnadt und Dr. Sabine Ruf  bildeten das Team der zweiten Bundesliga.

 

 

Aus TV Wetzlar 1847 bis 1997 – 150 Jahre Chronik vom 6.September 1997.
© Turnverein Wetzlar 1847 e.V.
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 Eingegeben von: Tim Köhlinger
Im Auftrag von: Eike Michl
Bilder nicht mit eingescannt, diese sind über die Chronik ersichtlich.

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